Geburtstag des Vorsitzenden

Liebe Gäste!

Vor wenigen Wochen hat die Zeitschrift „Brigitte“ ein schönes Dossier herausgebracht.

Über die große Liebe!

Und dazu hat es auch gleich eine ganze Buchreihe gegeben - über die größten Liebesromane der Welt.

Deshalb bin ich überrascht, dass die meisten hier mich ansehen und mir zuhören.

Denn ich bin eigentlich sicher gewesen, dass alle ihre Nase in der Zeitschrift haben würden.

Aber so wie es aussieht, habe ich ja Glück.

Ich denke, das liegt an Ihnen, verehrter Herr Vorsitzender!

Schließlich ist heute Ihr großer Tag und alle wollen Ihren Geburtstag miterleben.

Und ich bin mir sicher:

Das wird hier heute nicht „Schlaflos in Seattle“ - sondern „Schlaflos in Musterstadt“!

Denn Herzklopfen, feuchte Hände und glänzende Augen, die sind hier heute auch garantiert.

Wie im schönsten Liebesroman!

Ja, in solchen Büchern, da können wir immer mit Begeisterung lesen, was Liebe möglich machen kann.

Zwei Liebende überwinden den leidenschaftlichen Hass ihrer beiden Familien.

Das mittellose Liebesmädchen verliebt sich in den Millionär.

Ein Geist bleibt bei seiner Ehefrau, um sie zu beschützen.

So kann es gehen, wenn Liebe im Spiel ist.

Nun, und Sie, Herr Vorsitzender, Sie haben uns das auch bewiesen.

Denn Sie sind mit Liebe und Begeisterung für unseren Verein tätig.

Und dadurch haben Sie schon so viel erreicht.

Sie haben uns neue Möglichkeiten eröffnet.

Und haben unseren Verein immer näher an unser gemeinsames Ziel gebracht.

Wie ein Liebender, der alles tut, um seine Angebetete zu kriegen.

Wie Menelaos, der ganz Griechenland in Bewegung gesetzt hat, um seine Helena wieder zu bekommen.

Oder um es weniger lyrisch auszudrücken:

Wie ein junges Paar, das sich durch das Tanzen findet.

Ja, und so können wir auch bald sagen, dass unser Verein mit dem Erfolg einen Paartanz aufführen wird.

Aber heute, da können wir auch noch eine andere Szene aus einem Liebesfilm anpeilen, verehrter Herr Vorsitzender, liebe Gäste!

Dazu braucht es nur einen Ozean, ein riesiges Schiff und eine kleine Rehling, das ist dann auch schon alles.

Na gut, ich weiß, das ist hier in unseren Räumlichkeiten jetzt schlecht umzusetzen, aber es geht mir ja auch dabei nur um das Gefühl.

Das Gefühl, auf der Rehling zu stehen und zu fliegen.

Und das schaffen wir heute auch – und nicht nur, weil jemand zu tief ins Glas geschaut hat und den Boden unter den Füßen verloren hat.

Dann gibt es auch Schwierigkeiten mit dem „Schau mir in die Augen, Kleines!“

Nein, ich meine, dass wir uns heute alle einmal leicht fühlen können.

Wir werden gemeinsam einen wunderbaren Abend haben, im Kreise aller Freunde – und können einmal abschalten.

Für einen Abend ist der Alltag wie vom Winde verweht.

So, als würde man einen Liebesroman lesen und sich dabei völlig zwischen den Seiten verlieren.

Ja, und unsere Hauptfigur, die sind heute Sie, Herr Vorsitzender.

Also, ich bitte Sie:

Schießen Sie den Pfeil ab, so wie der kleine Amor das tut.

Und zielen Sie dabei auf eine wunderbare Geburtstagsfeier!

Ich bin mir sicher, da werden wir alle gerne die so bedeutungsvollen Worte sagen:
„Ja, ich will …

feiern!“

In diesem Sinne:

Auf unser Geburtstagskind!

Prosit!


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