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Hochzeitsrede als Personalberater


Liebes Brautpaar,
liebe Gäste,

irgendwie kommen wir nicht aus unserer Haut heraus.

Das ist vielleicht ganz gut, denn wenn wir aus der Haut fahren, fühlen wir uns hinterher nackt.

Jedenfalls stelle ich fest, dass ich mal originellerweise in meiner Personalberater-Haut bleiben möchte.

Die Aufgabe lautet:

Wir beurteilen die Besetzung zweier Führungspositionen einer Minimalgesellschaft, mit Expansionspotenzial und Erweiterungswillen - zwecks gemeinsamer Zukunftsgestaltung im Bereich Lust und Liebe und Vermehrung der Weltbevölkerung um einige wertvolle Mitglieder.

Grundsätzlich stelle ich fest, dass die Voraussetzungen nicht ganz so schlecht sind.

Zwar ist bekannt, dass die Etablierung einer Doppelspitze unterschiedlichen Geschlechts immer wieder zu Problemen führt, die in unterschiedlicher Kommunikationskultur begründet sind.

Der eine Teil redet zu viel, der andere gar nicht - was in der Statistik allerdings als völlig durchschnittliches Verbalverhalten gezählt wird.

In der vorliegenden Konstellation „Adam und Eva“ ist jedoch eine optimale Verständigungskultur zu erwarten!

Einerseits auf nonverbaler Ebene.

Gibt es doch das Gerücht, dass sich der jetzige Bräutigam der damals noch nicht in dieser Position befindlichen Braut durch einen Klaps auf den Po vorgestellt hat.

Ein mutiges Vorgehen.

Zugleich ein geschickter Versuch, dümmliche Sprüche zu vermeiden wie „Kennen wir uns nicht?“ oder „Sag mal - bist du nicht die Freundin von der Kusine von meiner Oma ihrem Bekannten vom Nachbarn?“

Und das Ganze eventuell sogar in unverständlicher Aussprache.

Nein, da war dieses gute Stück „Hand-werk“ doch die deutlich bessere Wahl.


(...)