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Reden am Telefon - was macht die Kommunikation so einzigartig?

Reden am Telefon - was macht die Kommunikation so einzigartig?

Historiker sind überzeugt: Einem Menschen aus dem 15. Jahrhundert würde es schwer fallen, auf die Art zu kommunizieren, die wir heute täglich in unserem Alltag vorfinden. Die Rede ist vom Telefon, welches die Interaktion zwischen zwei Menschen in einer völlig neuen Art beeinflusst hat. Wir hören nur noch die Stimme unseres Kontaktes und verlieren dadurch viele weitere Quellen der Information. Doch was macht das Telefonieren so besonders?

Bereits die Formel der Begrüßung, wie sie sich in den vergangenen Jahren am Hörer durchsetzte, weiß auf sich aufmerksam zu machen. Denn in der Praxis unterscheidet sie sich ganz deutlich von unserer normalen Sprache des Alltags. Am Telefon meldet sich der Angerufene zuerst, während der Initiator schweigt. Das Verhalten im Alltag wird auf diese Weise gespiegelt und erfährt eine völlig neue Wendung. Auf der anderen Seite lassen sich Unterschiede zwischen den einzelnen Gesellschaften und Sprachen beobachten. In Italien ist es der Anrufer, der mit einem kurzen "Pronto" den Stein des Gesprächs ins Rollen bringt. Es handelt sich somit um einen Ritus, den wir zunächst erlernen müssen, um uns als Kinder an das Telefonieren zu gewöhnen.

Sprachqualität verbessert sich

Im Laufe der Jahre verbesserte sich die Sprachqualität, die beim Telefonieren erreicht werden kann. Selbst Handys sind in der heutigen Zeit dazu in der Lage, ein authentisches Abbild der natürlichen Stimme am anderen Ende zu schaffen. Ein Handy mit guter Sprachqualität macht es uns leichter, in den direkten und authentischen Kontakt mit der anderen Person zu treten. Für Hersteller wie Samsung, wo mit dem Galaxy S9 ein neues Gerät verfügbar ist, legen noch immer Wert auf diesen Aspekt. Seit den frühen Telefonaten zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war hier eine stetige Weiterentwicklung zu verzeichnen.

Experten der Einschätzung

Linguisten sind immer wieder erstaunt darüber, wie viele Informationen wir nur aus der Stimme unseres Kontakts ziehen können. So sind wir aktuellen Untersuchungen zur Folge sehr wohl dazu in der Lage, uns ein Bild von Geschlecht, Alter und Gesundheit der anderen Person zu machen. Die dafür wichtigen Infos entnehmen wir alle allein aus dem Ton der Stimme, die sich im Laufe eines Lebens verändert. An und für sich gehen uns dennoch viele wichtige Zeichen verloren. Dies gilt zum Beispiel für die wichtigen Körperbewegungen, mit denen wir in der alltäglichen Interaktion zu tun haben.

Auf der anderen Seite ist es auch die Mimik, die wir am Telefon nicht erfassen können. Ein hämisches Grinsen würde etwa ein klares Anzeichen für Zynismus bedeuten, durch das wir dazu in der Lage wären, uns ein Bild von der aktuellen Stimmung der anderen Person zu machen. Diese Kommunikation zwischen den einzelnen Worten geht am Telefon noch immer verloren. Lediglich die Telefonie im Internet, die dazu in der Lage ist, auch ein Video einzuschalten, hält aktuell diese Chance des Kontakts bereit. Noch immer ist dies kein Ersatz für das persönliche Gespräch. Doch die großen Lücken, die noch in den vergangenen Jahrzehnten dazwischen klafften, scheinen mehr und mehr zu verschwinden. Schließlich engagieren sich sehr viele große Firmen in diesem Bereich, um für passende Lösungen zu sorgen.

Telefonieren will gelernt sein

Ein Gespräch am Telefon kann uns unter gewissen Umständen genauso nervös machen, wie eine persönliche Begegnung. Meldet sich etwa ein Bewerber bei seinem angestrebten Unternehmen, so wird er sich genau darauf vorbereiten. Um nicht ins Stocken zu geraten, den Faden zu verlieren und dadurch das Gegenteil von Kompetenz auszudrücken, wird er sich eine Liste von Notizen machen. Auch die Verständnissicherung wird nun in seinen Augen eine große Rolle spielen. Schließlich kommt es gerade am Telefon sehr viel leichter zu Missverständnissen, als wir dies auf den ersten Blick für möglich halten würden.