Rede zur Rhetorik-Prüfung

Aufgabe Rhetorik-Prüfung:

Motivieren Sie als neue Führungskraft Ihre Mitarbeiter, etwas zu tun, was sie noch nie getan haben.

Lösung:

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herr'n!

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

In meiner nun wortführenden Funktion ☺ sowie in meiner Position als neuer Redner begrüße ich euch herzlich.

Und ich danke euch.

Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit bei meiner Rede zu unserer Rhetorik-Prüfung.

Auch danke ich euch für euer Vertrauen - das ihr mir mit eurer Aufmerksamkeit schenkt!

Angesichts besonderer Herausforderungen zum Abschluss unseres Rhetorikkurses …

Sowie aufgrund damit einhergehender globaler Vorgaben von ganz oben ... ☺

Darf ich euch nun eine wichtige Mitteilung machen:

Kurzfristig kommt es zu einer Umstrukturierung in euren gewohnten Arbeitsabläufen. ☺

Doch wie sieht diese Umstrukturierung konkret aus?

Nun …

In genau 7 Minuten …

Wird jeder von euch …

Einen Steinkern verspeisen.

Ja.

Einen Steinkern.

Er ist auch relativ groß ..! ☺

Aber: Es tut euch gut, diesen Steinkern zu essen.

Oder nicht?

Möglicherweise habt ihr Zweifel?

Werdet ihr den Steinkern, wenn überhaupt, nur widerwillig hinunterwürgen?

Das heißt:

Werdet ihr womöglich Widerstände gegen diese neue Herausforderung aufbauen?

Nein.

Ihr werdet es gerne tun!

Ihr werdet überzeugt und begeistert davon sein!

Kurzum:

Ihr müsst euch auf etwas ganz Neues einlassen - und ich habe exakt 7 Minuten Zeit, euch zu motivieren, diesen neuen ungewohnten Weg mitzugehen, damit ich meine Ziele erreiche.

Genau genommen habe ich jetzt nur noch 6 Minuten Zeit.

Wodurch mein Ziel aber nicht weniger ambitioniert wirkt. ☺

Doch ich habe schon was vorbereitet.

Weil ihr etwas mitnehmen sollt von meiner Rede, habe ich euch auch etwas mitgebracht.

Für jeden einen Umschlag. ☺

auf verschlossene Umschläge weisen

(Anzahl der Umschläge = Teilnehmerzahl)


In jedem Umschlag steckt je ein Steinkern.

Und jeder von euch denkt bitte daran, wenn er seinen Umschlag später öffnet:

Es tut euch gut, diesen Steinkern zu essen!

Diese Umschläge … sind nun nicht zu verwechseln mit Direktiven von ganz oben, mit Mitteilungen über neue Ziele, Vorgaben und Methoden. ☺

Aber ich werfe diese Begriffe der Rhetorik halber einmal bewusst in den Raum. ☺

Ich verteile nun die Umschläge - und bitte darum, diese vertraulich zu behandeln, sprich die Umschläge noch verschlossen zu halten.

Sollten bis dahin Gerüchte aufkommen über den Inhalt der Umschläge, liegt das in der Natur der Sache. ☺

Wichtig:

Was tut ihr, wenn ihr den Umschlag erhaltet?

Ihr legt ihn bitte deutlich sichtbar vor euch auf den Tisch.

Ihr dürft ihn später aufmachen.

Aber aus Corporate-Governance-Gründen ☺ erst dann, wenn, erstens, alle ihren Umschlag bekommen haben – und wenn, zweitens, ich als wortführender Redner euch das Signal dazu gebe.

So, ich verteile die Umschläge …

verteilen, dabei sagen:

Tja …

Wie sagte der berühmte Kampfpilot und Kinderbuchautor ☺ Antoine de Saint-Exupéry?

„Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ ☺

Eins darf ich schon verraten:

In diesem Umschlag stecken wesentliche Vitamine - und wertvollste Nährstoffe.

Denn - ihr wisst ja:

Es tut euch gut, diesen Steinkern zu essen.

Damit ihr euch nun buchstäblich herantasten könnt an unsere neue Methode „Steinkern-Essen“ …

Berührt bitte nun den geschlossenen Umschlag.

Und versucht, den Steinkern zu finden, zu ertasten - und ihn zu ermessen - in seiner wahren Größe!

machen lassen

So, das genügt, vielen Dank.

Jetzt wird es dramatisch spannend. ☺

Ich zähle nun bis 3 – und auf 3 öffnet ihr den Umschlag - und schaut euch den Steinkern an, den ihr gleich verspeisen werdet.

Also, auf 3!

Natürlich mit einer rhetorischen Zauberformel.

Mäusezahn und Galgenstrick,
Krötenbein und Absatzkick! ☺
Rhetorik ... Trick-Trick-Trick!!! ☺

Eins …

Zwei …

Drei!

Bitte die Umschläge öffnen.

So …

Wer hat einen solchen Steinkern schon vorher einmal gesehen?

Den bitte ich um Handzeichen.

Wer traut sich?

Gegenprobe:

Wer hat so einen Steinkern noch nie im Leben gesehen?

In Ordnung, Sie melden sich nicht – das bedeutet, Sie kennen so einen Steinkern schon.

Preisfrage:

Wie heißt dieser Steinkern?

[Antwort kommt:

"Kaffeebohne!"]

So so. ☺

Wären wir jetzt in einer Rhetorik-Prüfung … ☺

Dann würde ich ganz vorbildhaft bildhaft Folgendes sagen:

„Also, mein lieber Herr Kollege ..!

Haben Sie denn Tomaten auf den Augen?!

Wenn das

Kaffeebohne hochhalten

... für Sie ne Bohne ist …

Na, dann will ich Ihr Chili con carne aber nicht essen! ☺

Herrje, wie sieht denn Ihr Bohnensalat aus - wenn das

Kaffeebohne hochhalten

... für Sie ne Bohne ist?“ ☺

Nun, weil es hier aber um die Sache geht, unterlasse ich selbstverständlich solche rhetorischen Attacken. ☺

Denn wir sind ja nicht in einer Rhetorik-Prüfung oder in einem Redenschreiben-Seminar.

Nein, natürlich nicht. ☺

So sage ich stattdessen:

„Herzlichen Dank für Ihren wertvollen Wortbeitrag! ☺

Aufgrund meiner hohen Fachkompetenz als langjährige Hilfskraft bei Starbucks ☺ darf ich Ihnen jedoch sagen:

Der herkömmliche, landläufige Begriff der "Kaffeebohne" ist hoffnungslos veraltet und ebenso trenn- wie unscharf.

Wie Ihnen jeder Experte globaler Botanik bestätigen wird, handelt es sich bei dieser angeblichen Bohne in Wahrheit um einen …

"Internal mould".

Internal mould!

Doch ich möchte Sie natürlich nicht mit englischen Fachbegriffen von unserer Umstrukturierung überzeugen ...

Aber natürlich nicht! ☺

Deswegen sage ich es Ihnen auch auf Deutsch:

"Internal mould" - das ist ein ...

Steinkern!

(...)

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