Rede Willkommensfest (freie Taufe/Namensfeier)
Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Gäste,
herzlich willkommen zu unserem Willkommensfest für Emilia.
Wie schön, dass ihr heute hier seid - und keine Sorge:
Es gibt gleich keine PowerPoint-Präsentation „Q3-Highlights Baby“, auch wenn die letzten Monate durchaus ein Projekt mit Vollzeit-Charakter waren.
Heute nehmen wir uns Zeit für etwas, das im Alltag zwischen Wickeltasche, Wäschekorb und „Wo sind denn schon wieder die Schnuller?“ viel zu selten passiert: Wir halten inne. Wir schauen auf diesen kleinen Menschen und sagen ganz bewusst: Du bist hier nicht zufällig, du bist willkommen.
Was wir heute feiern
Ein Willkommensfest—manche sagen auch freie Taufe oder Namensfeier—ist eine Zeremonie ohne Pflichtprogramm, aber mit Bedeutung. Wir müssen heute nichts „abliefern“, wir dürfen einfach fühlen, danken und uns verbinden.
Und ja: Wir feiern natürlich auch, dass Emilia mittlerweile Dinge kann, die wir Erwachsenen manchmal verlernt haben. Zum Beispiel im richtigen Moment einschlafen, ohne To-do-Liste—und sehr deutlich zeigen, wenn etwas nicht passt.
Worte an Emilia
Liebe Emilia,
du bist noch klein, aber du hast schon jetzt Großes geschafft: Du hast Herzen geöffnet, Termine verschoben und Prioritäten neu sortiert. Du hast Menschen zum Lächeln gebracht, die vorher „Ich bin nicht so der Baby-Typ“ gesagt haben—und plötzlich ziemlich weich wurden.
Wir können dir heute noch nicht alles erklären, was wir dir fürs Leben wünschen. Aber wir können es dir zusagen: Du darfst werden, wer du bist—nicht wer andere gern aus dir machen würden.
Worte an die Eltern
Liebe Laura, lieber Daniel,
Eltern sein ist eine Mischung aus großer Liebe und kleinen Improvisationen. Man entwickelt plötzlich Fähigkeiten, von denen man vorher nichts ahnte: mit einer Hand eine Flasche machen, mit der anderen Nachrichten beantworten—und dabei so aussehen, als hätte man die Lage komplett im Griff.
Feierlich gesagt: Ihr gebt Emilia Wurzeln und Flügel. Und wenn es sich zwischendurch eher nach „Wurzeln und Augenringe“ anfühlt: Das gehört dazu, und ihr macht das großartig.
Patin und Pate
Ein besonderer Dank gilt Patin Sarah und Pate Tobias. Eure Rolle ist nicht, alle Probleme zu lösen oder jedes Geschenk „zu toppen“. Eure Aufgabe ist viel wertvoller: da zu sein, zuzuhören und im Zweifel zu sagen: „Komm, wir gehen kurz eine Runde—und danach sieht die Welt wieder machbar aus.“
Vielleicht bedeutet das später ein Eis nach einem schwierigen Tag, ein offenes Ohr in der Pubertät oder eine Stimme, die sagt: „Du bist okay.“ Das ist mehr als jeder Ratgeber.
Wünsche fürs Leben
Für Emilia wünschen wir uns nicht ein Leben ohne Stolpersteine. Wir wünschen uns Mut, über sie zu lachen, und Menschen, die beim Aufstehen helfen, ohne gleich eine Vorlesung zu halten.
Wir wünschen dir Neugier, die dich trägt, und Vertrauen, das dich ruhig macht. Und wir wünschen dir Humor—nicht um alles lächerlich zu machen, sondern um das Leben manchmal leichter zu nehmen, wenn es schwer ist.
Optional: Kurzes Ritual
Jetzt möchten wir diesen Moment mit einem kleinen Ritual sichtbar machen, zum Beispiel mit einer Kerze, Wunschkarten oder einem Lebensbaum. Rituale sind nicht dazu da, perfekt zu sein—sondern echt.
Jede(r), der mag, kann jetzt [Ritual einfügen: Kerze entzünden / Wunsch vorlesen / Karte in eine Box legen / Band an den Baum binden]. Als Zeichen: Wir geben Emilia gute Wünsche mit—und das Versprechen, nicht nur heute hier zu sein, sondern auch morgen, übermorgen und an ganz normalen Tagen.
Abschluss
Danke, dass ihr heute da seid, danke für eure Zeit, eure Liebe und eure Wege hierher. Und danke an alle, die im Hintergrund helfen—denn so ein Fest organisiert sich ungefähr so gut wie ein Baby sich selbst ins Bett bringt.
Und jetzt: Lasst uns feiern, reden, lachen, essen—und Erinnerungen sammeln. Auf Emilia und auf ein Leben voller Liebe, Freiheit und Menschen, die sagen: „Schön, dass es dich gibt.“ Zum Wohl!
