Eröffnung Tanz in den Mai

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste!

Wie heißt es doch so schön in einem alt bekannten Maienlied?

„Der Mai ist gekommen,
die Bäume schlagen aus.

Da bleibe, wer Lust hat,
mit Sorgen zu Haus.“

Und in diesem Sinne möchte auch ich Sie alle herzlich zu unserem diesjährigen Tanz in den Mai begrüßen!

Ich hoffe, dass auch Sie all Ihre Sorgen heute zu Hause gelassen haben und wir nun gemeinsam ein rauschendes Fest feiern.

Darauf freue ich mich sehr.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, es wird Mai!

Endlich sind wir die kalten und nassen Tage so gut wie los!

Und neben dem sich ankündigenden warmen Wetter dürfen wir uns diesen Mai auf ein begeisterndes Finale in der UEFA Europa League freuen!

Der dicke Strickpulli wird gegen ein Trikot getauscht, und der warme Winterschal trägt nun die Farben der Lieblingsmannschaft.

Was sich in dieser Mainacht bereits durch Beisammensein, Freude und Feier ankündigt, findet erfahrungsgemäß spätestens beim Fußballfinale am 18. Mai seinen Höhepunkt.

Unser heutiger Abend lässt sich also bereits als kleines Highlight sehen, das unsere Feierlaune auf das bevorstehende Fußballfinale anspornt.

Doch wie der Sport besitzt auch diese Feierlichkeit ihre eigene Geschichte:

Denn nicht nur für uns, sondern bereits auch für unsere Vorfahren hatte die Walpurgisnacht vor dem 1. Mai eine ganz besondere Bedeutung.

Als Nacht der Göttin Walpurgis ist der 30. April gleichzeitig auch die Nacht des Frühlingsanfangs, der Sonne und des Lebens.

Die Fruchtbarkeit der Frühlingsgöttin wurde dabei in weiten Teilen Deutschlands mit exzessiven Festen und Freudenfeiern bejubelt.

Fast wie heutzutage im Fußballstadion.

Doch mal abgesehen vom Fußballfinale stellt sich auch hier die Frage, was es mit der Besonderheit dieses kommenden fünften Monats im Jahr eigentlich sonst noch so auf sich hat?

Seinen Namen verdankt der Mai dem römischen Gott Jupiter, der das Wachstum symbolisiert.

In früherer Zeit wurde in diesem Monat das Vieh auf die Weide getrieben, so dass im Althochdeutschen die Bezeichnung des „Wunnimanoth“ entstand, was übersetzt so viel wie „Weidemonat“ bedeutet.

Der im Laufe der Zeit daraus entstandene Begriff des „Wonnemonats“ hat somit traditionell gesehen weniger mit Zufriedenheit als mit der Agrarwirtschaft zu tun.

Dies soll unserer heutigen Wonne allerdings keinesfalls im Wege stehen!

Was beim Fußballspiel das Feld, die Tore und den Ball darstellt, darf bei unserem Fest heute in Form der geschmückten Birkenbäumchen, der leckeren Maibowle und natürlich auch dem gestandenen Maibaum nicht fehlen!

Doch das Entscheidende sind die begeisterungsfähigen Spieler, durch die der volle Erfolg des Spiels erst garantiert wird.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, heute Abend sind Sie alle Teil dieser Mannschaft!

Und das Schöne dabei ist, dass wir nicht gegeneinander, sondern miteinander spielen.

Und damit die Damen trotz Fußballfieber im kommenden Monat nicht zu kurz kommen, hält der Maibrauchtum eine ganz besondere Überraschung für sie bereit.

Denn die ein oder andere unter Ihnen wird morgen früh sicherlich über ein kleines Maibäumchen stolpern.

In diesem Fall gibt es für Sie nur eine Frage von Bedeutung:

Bänder oder Klopapier?

Steht bei Ihnen also ein schön geschmückter Baum mit bunten Bändern vor der Tür, können Sie sich sicher sein:

Der Maibaumsteller mag mich.

Im Falle des Klopapiers … na ja, Sie können sich diese Form der Zuneigung sicherlich selbst ausmalen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Monat Mai besitzt zahlreiche Bedeutungen.

Ob zur Verehrung der Gottesmutter Maria, zum Feiern der Arbeiterbewegung, zur Hoffnung auf ein ertragreiches Jahr - oder eben einfach nur zum Feiern des Europe-League-Finales:

Für uns heute Abend soll vor allem das gemeinsame Fest und der Spaß im Vordergrund stehen!

Und wie ich sehe, steht bereits eine riesige Mannschaft zum Startpfiff bereit.

Lassen Sie uns also dem traditionellen Namen der heutigen Nacht alle Ehre machen und tanzen und feiern wie auf der Walpurgisnacht!

Hiermit erteile ich nun den Startpfiff für ein heiteres Fest - die Maibowle steht schon bereit!

Prosit!

(weiter ...)